Zuteilung von Frequenzen durch die BNetA

Professionelle Produktionen im Bereich 710-790 MHz

Vor Kauf Antrag stellen!

Bevor man sich ein neues Funkmikrofon-System im Bereich 470 MHz-608 MHz, 614-703 MHz oder 733-823 MHz kauft, sollte man sich unbedingt beraten lassen und wenn man ein (gewerblicher) professioneller Nutzer ist, die Frequenz-Zuteilung bei der Bundesnetzagentur beantragen!

Oberhalb von 703 MHz bis 823 MHz wird der Ausbau von mobilem Internet (LTE) und weiteren Anwendungen nach und nach voranschreiten. Deshalb empfehle ich für Neuanschaffungen im professionellen Bereich Systeme, die unterhalb von 703 MHz arbeiten.

Voraussetzung

Es muß sich um eine professionelle Nutzung handeln.
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) spricht vom "gewerblichen und fachmännisch ausgeübten Einsatz drahtloser Produktionsmittel."
Dazu zählen "Programmproduktionen sowie sonstige professionelle Veranstaltungen und Einrichtungen, wie Theateraufführungen, Konzerte professioneller Musikgruppen oder professionelle Dienstleistungen der Veranstaltungstechnik."

Frequenzen

"Diesen Nutzern können nach Koordinierung mit den Rundfunkfrequenznutzungen Frequenzen aus dem Bereich 470 MHz-608 MHz, 614-703 MHz und 733-823 MHz zugeteilt werden. Die Betriebsfrequenzen werden vom Zuteilungsinhaber selbst ausgewählt."
Tipp: Alle angegebenen Kanäle (Frequenzen) des Systems beantragen. Die Hersteller fügen den Funkmikrofon-Systemen Übersichten der vorprogrammierten Frequenzen bei.

Inzwischen wird dem Antragsteller ein Bereich von 470 MHz-608 MHz, 614-703 MHz und/oder 733-823 MHz komplett, mit freier Frequenzauswahl zugeteilt. Damit kann vor Ort besser auf bereits belegte Kanäle reagiert werden. Zum Beispiel gibt es in Berlin DVBT-Fernsehen in diesem Bereich!

Oberhalb von 703 MHz bis 823 MHz wird der Ausbau von mobilem Internet (LTE) und weiteren Anwendungen nach und nach voranschreiten. Deshalb empfehle ich für Neuanschaffungen im professionellen Bereich Systeme, die unterhalb von 703 MHz arbeiten.

Einsatzgebiete

Die "Frequenzen werden grundsätzlich für einen festgelegten Einsatzort (z.B. Gebäude, Grundstück) bzw. Einsatzgebiet (z.B. Stadt, Landkreis) zugeteilt. Wenn ein Einsatzgebiet nicht im Voraus bestimmt werden kann oder häufig wechselt (prof. Musikgruppen, prof. Verleiher...), können entsprechend geeignete Frequenzen bzw. Frequenzpakete, die eine bundesweite Nutzung ermöglichen, zugeteilt werden."

Gebühr für die Zuteilung

Für die Prüfung des Antrages und die Ausstellung der Nutzungs-Urkunde ist eine einmalige Gebühr von 130,- Euro zu zahlen. Der Betrag ist unabhängig von der Anzahl der beantragten Funkstrecken.

Erweiterungen und Änderungen kosten 65,- €.

Die Nutzungs-Urkunde hat eine Gültigkeit von 10 Jahren.

Beiträge für die Nutzung

Je Funkstrecke (Handsender/Taschensender/ InEar-Sender...) ist ein jährlicher Beitrag zu zahlen.

Gemeinnützige Einrichtungen wie Schulen, Theater und Gemeindezentren, die mit mit Mitteln des Bundes, der Länder oder Kommunen finanziert werden, sind von den Gebühren und Beiträgen nach § 8 VwKostG und § 2 FSBeitrV befreit.
Wirtschaftliche Unternehmen (z.B. Kultur GmbH der Kommune) werden nicht befreit.
Keine GmbH, keine Vereine, keine privaten Schulen....

Link: http://www.gesetze-im-internet.de/fgebv/2.html

Beantragung bei der Bundesnetzagentur

Mit den Formularen antragsformularbundesnetzagentur.pdf [37 KB] und erklaerungfachk.pdf [10 KB] wird der Antrag bei der zuständigen Aussenstelle der Bundesnetzagentur gestellt.

Quelle: BNetzA

Stand: April 2011

Beispiel Professionelle Musikgruppe:

WICHTIG!


Eine Kopie oder das Original der Frequenzzuteilungs-Urkunde ist mitzuführen und bei einer Kontrolle durch die Bundesnetzagentur vorzuweisen!

Bei Verleih-Systemen ist auch der Mietvertrag vorzulegen.

Vergebene Funkmikrofon-Frequenzen genießen keinen Schutz. Die Nutzer müssen den Einsatz ihrer Frequenzen vor Ort selbst koordinieren.